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Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen und Neuerungen
Der Bahá'í-Glaube hat mit den grossen Religionen den Glauben an den einen Gott gemeinsam, dessen Erziehung, Führung und Gnade alle Menschen als seine Geschöpfe stets bedürfen. Gemeinsam mit ihnen lehrt der Glaube alle wesenhaften ethischen Werte und göttlichen Tugenden, die für ein friedliches Zusammenleben auf allen Stufen der menschlichen Gesellschaft unerlässlich sind. Da jedes Zeitalter seine eigenen Nöte hat, ist jeder Religion ein zentrales Thema gegeben. Im Bahá'í-Glauben steht die Erkenntnis und Umsetzung der Einheit der Menschheit in ihrer grossen Vielfalt im Mittelpunkt. Gerechtigkeit, Einheit, Frieden sind Auftrag und Ziel.
Neu ist die Lehre von der fortschreitenden Gottesoffenbarung. Weil die Menschheit sich in einem ständigen Entwicklungsprozess befindet, erfolgt die Offenbarung fortschreitend, nicht ein für allemal. Die Offenbarung wird immer der geistigen Fassungskraft der Menschen gemäss verkündet. Diese Sicht öffnet den Sinn und das Verständnis für das Walten Gottes in der Menschheitsgeschichte. Bahá'u'lláh lädt die Menschen ein, "die Kette der aufeinanderfolgenden Offenbarungen, die die Manifestation Adams mit der des Báb verbindet, zu betrachten" und bezeugt, dass alle nach Gottes Willen in Erscheinung traten und Träger einer besonderen Botschaft waren, deren Mass genau vorherbestimmt war. (Ährenlese 31)
Neu ist auch die Gemeindeordnung. Sie unterscheidet sich primär von den früheren Sendungen dadurch, dass "Bahá'u'lláh selbst ihre Grundlage offenbart, ihre Institutionen begründet, die Persönlichkeit, die sein Wort auszulegen hat, berufen und der Körperschaft, die seine Gesetze und Gebote zu ergänzen und anzuwenden bestimmt ist, die erforderliche Amtsgewalt verliehen hat." (Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, S. 207)
Ein Kennzeichen dieser Ordnung ist auch, dass sie keine Priesterschaft und damit keine Gnaden vermittelnden Einzelpersonen kennt. Autorität ist allein den demokratisch gewählten Institutionen, den "Räten", übertragen. Ein ebenfalls auffallend neues Merkmal ist die von Anfang an geforderte gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau.
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