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Die künftige Ordnung der Völker aus Bahá'í-Sicht
Bahá'u'lláh selbst hat eine Gemeindeordnung begründet und die notwendigen Massnahmen für deren Schutz und Fortschritt getroffen.
Die Bahá'í-Schriften lassen erkennen, dass die von Bahá'u'lláh offenbarte Gemeindeordnung auch dazu bestimmt ist, Modell für die künftige Gesellschaft zu sein. "Die Vereinigung der ganzen Menschheit ist das Kennzeichen der Stufe, der sich die menschliche Gesellschaft heute nähert. Die Einheit der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation ist nacheinander in Angriff genommen und völlig erreicht worden. Welteinheit ist das Ziel, dem eine gequälte Menschheit zustrebt... Eine Welt, die zur Reife heranwächst, muss... die Einheit und Ganzheit der menschlichen Beziehungen erkennen und ein für allemal den Apparat aufrichten, der diesen Leitgrundsatz ihres Daseins am besten zu verkörpern vermag." (Die Verheissung des Weltfriedens, S. 34f)
Die Bahá'í-Vision ist die der Einheit der Menschheit in ihrer Vielfalt. Sie beinhaltet in den Worten Shoghi Effendis alle Komponenten der "Begründung eines Weltgemeinwesens, in welchem alle Nationen, Rassen, Glaubensbekenntnisse und Klassen eng und dauerhaft vereint, die Autonomie seiner nationalstaatlichen Glieder sowie die persönliche Freiheit und Selbständigkeit der einzelnen Menschen, aus denen es gebildet ist, ausdrücklich und völlig gesichert sind...
Dieses Gemeinwesen muss, soweit wir es uns vorstellen können, aus einer Weltlegislative bestehen, deren Mitglieder als Treuhänder der ganzen Menschheit die gesamten Hilfsquellen aller Mitgliedstaaten überwachen... Eine Weltexekutive, gestützt auf eine internationale Streitmacht, wird die Beschlüsse jener Weltlegislative ausführen, deren Gesetze anwenden und die organische Einheit des ganzen Gemeinwesens sichern. Ein Weltgerichtshof wird seine bindende, endgültige Entscheidung in sämtlichen Streitfragen... fällen." (Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, S. 296f)
Weitere Einzelheiten dieses Prozesses hat Shoghi Effendi bereits 1936 visionär so beschrieben: "Ein Netzwerk weltweiter Kommunikation wird den ganzen Erdball umspannen und frei und mit wunderbarer Schnelligkeit und Pünktlichkeit ablaufen... Eine Welthauptstadt wird als Nervenzentrum und als Brennpunkt einer Weltzivilisation wirken... Eine Weltsprache wird neben der jeweiligen Muttersprache in den Schulen aller verbündeten Nationen gelehrt werden... eine Weltschrift, eine Weltliteratur, ein einheitliches, allumfassendes Währungs-, Gewichts- und Masssystem wird den Verkehr und die Verständigung vereinfachen und erleichtern... Wissenschaft und Religion, die beiden gewaltigsten Kräfte im menschlichen Leben, werden in Einklang gebracht, zusammenwirken und sich harmonisch entwickeln... die Presse wird der Darlegung der verschiedenen Ansichten und Überzeugungen der Menschen, befreit vom Einfluss streitender Regierungen und Völker, vollen Spielraum gewähren... die wirtschaftlichen Hilfsmittel der Welt werden organisiert, ihre Rohstoffquellen erschlossen und restlos nutzbar gemacht, ihre Märkte aufeinander abgestimmt, entwickelt und die Verteilung ihrer Erzeugnisse unparteiisch geregelt werden..." (Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, S. 297f)
Diese Vision der Einheit der Menschheit setzt einen Reifungsprozess voraus, als dessen Bannerträger sich die Bahá'í-Religion versteht, ohne selbst irgendwelche politische oder territoriale Ansprüche zu stellen. Die Bahá'í sind der festen Überzeugung, dass die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft bei dieser göttlich offenbarten Ordnung "Zuflucht suchen“ wird. "So wie Bahá'u'lláh den Herrschern seiner Zeit versicherte: 'Wir haben nicht den Wunsch, Hand an eure Reiche zu legen' (Kitáb-i-Aqdas 83), so verfolgt auch die Bahá'í-Gemeinde keine eigenen politischen Interessen, vermeidet alle Handlungen parteiischen Charakters und anerkennt vorbehaltlos die legitimen Machtbefugnisse der Regierung..." (Das Jahrhundert des Lichts, S. 148)
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