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I.
Epoche der Einheit
Im
Jahre 1848 wagte die Schweiz den überaus bedeutsamen
Schritt vom Staatenbund zum Bundesstaat. Damit vollzog sie
als eines der ersten Länder den heute weltweit nahezu
abgeschlossenen Prozess der Bildung von Nationalstaaten.
Ebenfalls
in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand im damaligen Persien
die Bahá'í-Religion. In Fortführung und
Erfüllung der früheren religiösen Sendungen
verkündet ihr Begründer Bahá'u'lláh
den Anbruch des Zeitalters der Einheit der Menschheit.
In
den seither vergangenen anderthalb Jahrhunderten hat sich
die Welt grundlegender und schneller verändert als in
den Jahrtausenden zuvor. Gewaltige Fortschritte in Wissenschaft,
Technik und Kommunikation erfüllten uralte Menschheitsträume,
eröffneten ungeahnte Möglichkeiten und brachten
die bis dahin weit voneinander entfernten Kontinente und Kulturkreise
in direkten Kontakt. Zugleich entstanden wirtschaftliche,
ökologische, gesellschaftliche und friedenspolitische
Probleme, die nur global lösbar sind.
So
ist die Menschheit heute hin- und hergerissen zwischen Faszination
und Entsetzen, zwischen der Hoffnung auf Frieden und der Angst
vor globaler Vernichtung. Beides scheint in greifbare Nähe
gerückt. Die Bevölkerung des Erdballs ist zu einer
Schicksalsgemeinschaft geworden, die jedoch erst lernen muss,
als eine Weltgesellschaft zu leben und zu handeln. Entscheidend
für eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunf ist, dass
sich die Völker der Welt ihrer tatsächlichen Einheit
mehr und mehr bewusst werden.
Dieses
wachsende Menschheitsbewusstsein kann auch für die Schweiz
im Jahr 1991 von grosser Bedeutung sein, da sie über
ihren Weg in die Zukunft nachdenkt. Eine solche Haltung steht
keinesfalls im Gegensatz zur Loyalität und Liebe zum
Heimatland. Bahá'u'lláh spricht von der ,
welche die Eigenart der Völker und Kulturen als kostbaren
Schatz bewahren und fördern soll. Vor über hundert
Jahren richtete er diese Worte an die Menschheit: "Diese
Handvoll Staub, die Erde, ist eine Heimat. Lasst sie eine
solche in Einigkeit sein."
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