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II.
Historische Herausforderungen
Der
Übergang der Menschheit in das Zeitalter ihrer Reife
und Vereinigung nach jahrtausendlanger getrennter Entwicklung
führt durch eine kritische Phase des Umbruchs und der
Unsicherheit. Dieser Prozess bringt für jedes Land Veränderungen
mit sich. Je nach Geschichte und Eigenart einer Nation erfordert
er unterschiedliche Entwicklungsschritte. Unterschiedlich
und vielfältig sind auch die einander ergänzenden
Beiträge, die jedes Volk auf dem Weg zur Verwirklichung
einer globalen Gesellschaft leisten kann.
Entscheidend
ist aber, dass sich die Menschen der Bedeutung und der Unausweichlichkeit
des weltweiten Transformationsprozesses bewusst werden.
Denn
die Menschheit kann nicht wählen, ob sie zu einem Ganzen
zusammenwachsen will oder nicht. ,
sagt Bahá'u'lláh,
Ob die Einheit aber erst nach unvorstellbaren Leiden oder
bald, durch einen gemeinsamen Willensakt, durch Beratung und
durch entschlossenes gemeinschaftliches Handeln, erreicht
wird - diese Entscheidung und Verantwortung liegt in den Händen
der heutigen Menschheit.
Da
also die Bestimmung der Menschheit ihre Vereinigung ist, muss
die Planung der Zukunft - auch der Zukunft der Schweiz - unter
der Perspektive einer neuen globalen Friedensordnung gesehen
werden. Dies selbst dann, wenn andere Betrachtungsweisen kurzfristig
vorteilhafter erscheinen.
Gross
ist der Beitrag, den Wissenschaft und Technik auf dem Weg
zu dieser neuen Ordnung leisten kšnnen. Aber ebenso wichtig
ist, dass diese Kräfte durch allgemein anerkannte geistige
und ethische Massstäbe geleitet werden. Dazu ist eine
stärkere Berücksichtigung der geistigen Natur des
Menschen unerlässlich, die ihn von allen anderen Lebensformen
unterscheidet und ihn befähigt, seine materiellen Mšglichkeiten
mit Weisheit und Mässigung zum Wohl des Ganzen einzusetzen.
Nach
den Bahá'í-Lehren sind Wissenschaft und Religion
keineswegs Gegensätze oder Alternativen. Sie ergänzen
einander, sie sind die beiden Schwingen, auf denen die Menschheit
sich zu ihrem Ziel erheben kann. Ebenso wird das gleichberechtigte
Zusammenwirken von Mann und Frau als Voraussetzung für
die Erreichung und Wahrung des Weltfriedens betrachtet.
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