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IV.
Hindernisse überwinden
Das
Bewusstsein für die Notwendigkeit globalen Handelns in
vielen, die ganze Menschheit betreffenden Bereichen ist zweifellos
im Wachsen begriffen. Dies beweist die zunehmende Zahl internationaler
Gremien, die an der Lösung so komplexer Aufgaben wie
Abrüstung und Friedenssicherung, wirtschaftliche und
soziale Entwicklung, Förderung des internationalen Handels
sowie Rohstoff- und Energieversorgung arbeiten und sich für
die Überwindung weltweiter Probleme wie Umweltzerstörung,
Hunger, Flüchtlingselend, Terrorismus und Drogenhandel
einsetzen.
Dennoch
besteht eine gewisse Willenslähmung, entschlossen und
mutig die notwendigen Schritte hin zu einer neuen Weltordnung
zu tun. Diese Willenslähmung hat ihre Wurzel vor allem
in einem pessimistischen Menschenbild - in der überzeugung,
dass der Mensch von Natur aus ein aggressives und egoistisches
Wesen sei. Diese Einstellung ist zugleich das grösste
Hindernis auf dem Weg der Völker zu überzeugtem
Bemühen um friedliche Lösungen ihrer Interessenkonflikte
und Gegensätze. Die Erkenntnis der wahren geistigen Natur
des Menschen kann dieses Hindernis überwinden. Daher
die grosse Bedeutung der Erziehung in den Bahá'í-Schriften:
Unsere Kinder (und uns selbst!) zu vorurteilsfreien, verantwortungsbewussten,
positiv eingestellten Menschen und zu Dienern der Menschheit
zu erziehen, den Samen des Friedens in ihre Herzen zu säen
und sie zu lehren, mit praktischen Füssen den geistitgen
Weg zu beschre’ten, sind Ratschläge Bahá'u'lláhs.
Weitere
Hindernisse auf dem Weg zu einer Weltgesellschaft sind das
Festhalten an selbstherrlichen Vorurteilen der Rasse, Religion,
Nation und des Geschlechts und ein übersteigerter Materialismus,
der sich in politischen Systemen genauso unheilvoll bemerkbar
macht wie in der Überzeugung, das wahre Glück des
Menschen liege allein in der Befriedigung seiner materiellen
Bedürfnisse. Viele der aktuellen Probleme, zum Beispiel
die drohende Umwelt- und Klimakatastrophe, sind auf die überbewertung
kurzfristigen materiellen Nutzens bei gleichzeitiger Missachtung
ethischer und moralischer Werte zurückzuführen.
Während sie durch rein äusserliche Massnahmen kaum
zu bewältigen sind, wird eine Stärkung der geistigen
Kräfte und Bestrebungen des Menschen zu einer neuen Haltung
und Bewertung der Dinge führen, wodurch bereits das Entstehen
solcher Probleme verhindert wird. Ein weiteres Hindernis ist
starres Festhalten an einmal Gewohntem, eine allzu bedächtige
Haltung gegenüber den drängenden Erfordernissen
dieser kritischen Phase weltweiter Transformation. Menschliche
Errungenschaften verlieren, nachdem sie eine Zeitlang von
grosser Bedeutung gewesen sind, allmählich an Kraft,
ja sie können sogar zum Hemmschuh werden, wo neue Denk-
und Handlungsweisen dringend nötig sind.
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