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V. Der Beitrag der Schweiz für eine gemeinsame Zukunft

Als historisch gewachsenes, demokratisches und wohlhabendes Land verfügt die Schweiz über ausgezeichnete Voraussetzungen, um im Prozess der Völkerverständigung und -annäherung bemerkenswerte Beiträge zu leisten, wie etwa im Bereich der sogenannten "guten Dienste" oder als Land, von dem aus zahlreiche internationale Organisationen in Frieden ihren weltumspannenden Tätigkeiten nachgehen können.

lm Gegensatz zur Mehrheit der Völker, welche mit existenzieller Not zu kämpfen haben, hat die Schweizer Bevölkerung mit ihren gut ausgebauten politischen Rechten, ihrem Wohlstand und ihrer Ausbildung reiche Möglichkeiten zum Nachdenken und Handeln, um sowohl ihre eigene Zukunft bewusst zu gestalten, als auch ihren Beitrag zum Wohl der Menschheitsfamilie leisten zu können.

Zwei Elemente könnten sich dabei nach Meinung der Schweizer Bahá'í-Gemeinde als besonders wirksam erweisen:
1. die vermehrte Anerkennung der geistigen Natur des Menschen und die Entwicklung entsprechender Verhaltensweisen im zwischenmenschlichen wie im gesellschaftlichen Bereich;
2. die Orientierung der Schweiz hin zur Integration in ein Weltgemeinwesen und ihr Mitwirken an der Entwicklung neuer globaler Strukturen zur Erfüllung globaler Aufgaben.

Die Schweiz hat sich im letzten Jahrhundert in einem schöpferischen Willensakt vom Staatenbund zum Bundesstaat gewandelt. Sie hat zu einer Einheit zusammengefunden und gleichzeitig ein Instrumentarium geschaffen, um lokale Eigenart zu bewahren. Vor einem vergleichbaren Schritt steht jetzt die ganze Menschheit. Dass die Dynamik dieser einigenden Entwicklung unaufhaltsam ist, spürt die Schweiz in jüngster Zeit deutlich.

Der europäische und letzthin weltweite Integrationsprozess verlangt von der Schweiz jene Bereitschaft zu Toleranz und kreativer Anpassung, welche sich auch bei der Neuordnung der Kompetenzen zwischen Bund und Kantonen zur Bildung des Bundesstaates Schweiz als notwendig und richtig erwiesen hat. Je aktiver und zuversichtlicher sich die Schweiz für das Entstehen einer neuen Weltordnung einsetzt, desto besser wird sie in der Lage sein, ihre Erfahrungen bei der Schaffung globaler föderalistischer Strukturen einzubringen und in der Völkerfamilie den ihr gebührenden Platz einzunehmen.

 

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