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VI. Vision einer geeinten Welt

Die Bahá'í-Religion betrachtet die gegenwärtige Verwirrung in der Welt und den verhängnisvollen Zustand der menschlichen Belange als eine Phase in einem unaufhaltsamen organischen Prozess hin zur Einigung der Menschheit, zur Formung einer einzigen Gesellschaftsordnung, deren Grenzen die Grenzen dieses Planeten sind.

Die Quelle für den Optimismus, dass die Menschheit zu dieser Ordnung finden wird, ist eine Vision, die über die Abschaffung des Krieges und die Schaffung von Gremien internationaler Zusammenarbeit weit hinausgeht. Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass alle Menschen dazu erschaffen sind, .

Die Anerkennung der Einheit der Menschheit ist die erste, grundlegende Voraussetzung für die Neuordnung und rechtliche Gestaltung der Welt als ein Land und Heimat aller Menschen. Die weltweite Anerkennung dieses Grundsatzes ist wesentlich für jeden ernsthaften Versuch, den Weltfrieden zu errichten. Er muss deshalb auf der ganzen Welt proklamiert, in den Schulen gelehrt und in jedem Land beharrlich zur Geltung gebracht werden.

Zu dieser Vorbereitung auf eine neue Gesellschaftsstruktur gehört auch das Ablegen von Vorurteilen und all dessen, was Menschen veranlasst, sich anderen überlegen zu fühlen. Eine gerechte Weltordnung erfordert nichts Geringeres als die Neuordnung und globale Abrüstung der ganzen zivilisierten Welt, einer Welt. die in allen Grundfragen des Lebens zusammengewachsen und doch in den nationalen Eigenarten von unendlicher Vielfalt ist.

Zu einer Weltordnung gehören ein von allen Nationen verabschiedetes internationales Recht, kollektive Sicherheit durch eine internationale Exekutive, ein Weltparlament und ein Weltschiedsgerichtshof. Nationale Politik muss sich an die globalen Notwendigkeiten stufenweise anpassen: durch klar definierte Gesetze oder allgemein anerkannte und durchsetzbare Prinzipien, welche die Beziehungen zwischen den Völkern regeln.

In den Erfahrungen der weltweiten Bahá'í- Gemeinde kann man ein Modell für die wachsende Einheit der Menschheit sehen. Sie ist eine Gemeinschaft von heute fünf Millionen Menschen aus zahlreichen Völkern, Kulturkreisen, Bevölkerungsschichten und Glaubensrichtungen. Sie widmet sich in fast allen Ländern der Welt den geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschen und repräsentiert als gesellschaftlicher Organismus die Mannigfaltigkeit der Menschheitsfamilie. Dieser lebendige Organismus ist ein überzeugender Beweis für die praktische Anwendbarkeit der Vision Bahá'u'lláhs von einer geeinten Welt, ein Zeugnis auch dafür, dass die Menschheit als globale Gesellschaft leben kann.

Dass dies möglich ist, dass die erforderlichen konstruktiven Kräfte wirklich vorhanden sind, dass vereinende Gesellschaftsstrukturen erreicht werden können, das ist die Aussage, um deren Prüfung wir Sie eindringlich bitten.

 

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