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INTERRELIGIÖSER
DIALOG
In
den letzten Jahren ist ein verstärkter Trend
zum interreligiösen Dialog festzustellen. Es
ist offensichtlich, dass sich die verschiedenen Religionsgemeinschaften
bemühen im Geiste der Toleranz und Brüderlichkeit
miteinander zu verkehren.
Einen intensiven interreligiösen Dialog pflegen
vor allem die Gemeinden
Genf, Pully, Lausanne
und Fribourg.
Genf und Pully können auf eine langjährige
Zusammenarbeit innerhalb der interreligiösen
Plattform zurückschauen. Eines der Resultate
dieser Zusammenarbeit ist der jährlich herausgegebene
interreligiöse Kalender. Im Monat November fand
die neunte Zusammenkunft (9eme Journees interreligieuses
Genevoises) unter dem Titel "Religions et Violence
statt. Les traditions religieuses en quête de
paix?". Das Treffen, an dem Vertreter des Buddhismus,
des Christentums, des Hinduismus, des Islam, des Judentums
sowie der Bahai-Religion teilnahmen, fand im
Bahai-Zentrum Genf statt. Der Runde Tisch wurde
animiert durch Laure Speziali von TSR.
Aarau:
Wie bereits in den Vorjahren fand auch im Berichtsjahr
ein vom Aargauer interreligiöser Arbeitskreis
(AIRAK) organisierter Anlass in Gränchen teil.
Über 200 Personen nahmen an den Vorträgen
wie auch am gemeinsamen Mittagessen und den Darbietungen
diverser Kulturen teil. Der Anlass vom 16. September
stand aus verständlichen Gründen im Schatten
des Terroranschlags in den Vereinigten Staaten, auf
den immer wieder Bezug genommen wurde.
Der Präsident der AIRAK wurde anschliessend zu
einem kurzen Interview vom Lokalradio eingeladen.
Bern:
Haus der Religionen geplant. Was in Amsterdam zwischen
den Konfessionen klappt könnte auch in der Schweiz
zwischen den Religionen gelingen, nämlich ein
Haus der Religionen einzurichten, welches den Dialog
der Kulturen und der Begegnung zwischen Menschen verschiedener
kultureller und religiöser Herkunft dienen und
damit zum Abbau von Vorurteilen beitragen soll. Der
Idee dieses visionären Projektes liegt ein alltägliches
Problem zu Grunde. Es hat sich gezeigt, dass verschiedene
Religionsgemeinschaften oft schwer haben, geeignete
Räumlichkeiten für ihr Gemeindeleben zu
finden. Ein Haus der Religionen könnte hier Abhilfe
schaffen. Die Bahai-Gemeinde Bern begrüsst
diese Idee und nahm an Vorbereitungstreffen teil.
Cologny:
Ein erstes interreligiöses Treffen, organisiert
durch die protestantische und katholische Kirchgemeinde
sowie den Bahai von Cologny fand am 10. Mai
im Saal du Manoir statt.
Professor Richard Friedli von der Universität
Freiburg ging der Frage nach, ob die Religion, resp.
das Religiöse zum Konflikt oder zum Frieden beiträgt.
Diese brennende Frage zog zahlreiche Menschen an und
es ergaben sich lebhafte Diskussionen.
Panorama
der Religionen. Neues Schulbuch:
Der interreligiöse Herausgeber ENBIRO,
der auch den interreligiösen Kalender für
die französische Schweiz herausgibt, veröffentlichte
kürzlich ein neues Schulbuch "Panorama der
Religionen: Traditionen, Überzeugungen, Praktiken
in der französischen Schweiz. Jede Religion stellt
sich auf sechs Seiten vor, wobei fin einem ersten
Teil der Ursprung der Religion und deren Stifter vorgestellt
werden wie auch die Heiligen Bücher und die wichtigsten
Prinzipien und der Aufbau. In einem zweiten Teil werden
speziell auf die Schüler abgestimmt Fragen behandelt,
wie z.B. die Beziehungen zwischen den Geschlechtern,
die Autorität der Eltern, Drogen und Sexualität,
Ernährung, Krankheit, Tod und Leiden. Eine dritte
Sektion betrifft Statistiken, Publikationen und entsprechende
Kontaktadressen. Die Herausgabe des Buches hängt
mit den jahrelangen Bemühungen der lokalen Räte
von Genf und Pully zusammen und mit der Zusammenarbeit
der Gemeinde Lausanne mit der Maison dArzillier
in Lausanne.
Orte
der Stille und der Begegnung
Nach dem Modell
der Zürcher Gemeinde, die bereits seit einigen
Jahren Meditationsabende unter dem Titel "Zeit
nehmen Stille erfahren" durchführt,
sind im Berichtsjahr rund ein Dutzend weiterer Stille-Zonen
über die ganze Schweiz verteilt entstanden. In
manchen werden Texte aus den verschiedenen Weltreligionen
gelesen, umrahmt von Musik, in anderen aussschliesslich
Texte aus den Heiligen Schriften der Bahai-Religion.
Die Abende sind zu einem Bedürfnis für zahlreiche
Menschen geworden, und zeigen deutlich nicht nur die
Sehnsucht nach Stille, sondern auch nach geistiger
Nahrung für die Seele.
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