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INTERNATIONAL
Internationale
Zusammenarbeit
Auch im Tätigkeitsjahr fand eine
enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Deutschland,
Oesterreich, Frankreich und Italien statt, sei es
beim Austausch von Referenten, bei Uebersetzungen,
in der Oeffentlichkeitsarbeit und auf dem Gebiet der
Erziehung. Zahlreiche Bahai aller Altersstufen
unternahmen kürzere oder längere Reisen
in verschiedene Länder, u.a. nach Albanien, Bulgarien,
Bhutan, China, Estland, Griechenland, Litauen, Slovenien.
Die meisten Reisen sind durch das zuständige
Kontinentale Pionierkomitee organisiert worden, welches
die Bedürfnisse der verschiedenen Gemeinden kennt
und jeweils entsprechende Aufrufe für Unterstützung
macht.
Frankfurt:
Eine grössere Gruppe aus der Schweiz
beteiligte sich im Juni an einer Konferenz zum Thema
des Fortschritts der Frauen teil. Als prominente Redner
sprachen Dr. Peter Khan, Mitglied des obersten leitenden
Bahai-Gremiums und Dr. Janet Khan, die eben
ein gemeinsames Buch zum Thema veröffentlicht
hatten. "Die Bahai-Religion ist eine Religion
des Wandels", so Dr. Khan."Sie betrachtet
es als den Lebenssinn aller Menschen, an einer ständig
fortschreitenden Kulturentwicklung teilzuhaben. Durch
die Befreiung des menschlichen Geistes und die integrative
praktische Zusammenarbeit können die schöpferischen
Kräfte des Menschen vollen Ausdruck finden und
einen segensreichen Wandlungsprozess, die Bereicherung
des Lebens aller Menschen, in Gang setzen." (Fortschritt
der Frauen, Bahai-Verlag, Frankfurt, 2000)
Belgien:
Drei Mitglieder des Nationalen Geistigen
Rates nahmen im Dezember an einer europäischen
Konferenz teil, zu der das Europäische Berateramt
- eine für den Schutz und die Proklamation ernannte
Körperschaft eingeladen hatte. Anschliessend
an dieses Treffen fand in der Schweiz ein nationales
Treffen mit einigen der wichtigstgen Komitees statt
an denen die Rolle und die Funktion der Kontinentalen
Berater und die Beziehungen zu den gewählten
Institutionen, den Geistigen Räten, erläutert
wurde.
Durban,
Südafrika
Vom 31. August bis zum 8. September
2001 trafen sich Vertreter von insgesamt 163 Ländern
in Durban, Südafrika zur
UN-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskrimination,
Xenophobia und Intoleranz. Mit dabei auch gegen 2'000
Nichtregierungsorganisationen sowie über 1000
Medienvertreter. Die Internationale Bahai-Gemeinde
nahm auch an dieser Konferenz mit einer Delegation
teil. Diese war international zusammengesetzt und
umfasste Vertreterinnen aus der Schweiz, aus Kenya
und Neuseeland sowie Vertreter aus Spanien, Brasilien
und den USA.
"In der Vergangenheit hatten die Menschen die
Tendenz, Rassismus von ihrer eigenen Perspektive her
zu betrachten", so Diane Alai aus Genf,
die Leiterin der Delegation. "Und viele brachten
Rassismus nur in Verbindung mit den Problemen zwischen
Weissen und Schwarzen.
Aber diese Konferenz hat, angesichts der grossen Vielfalt
der behandelten Themen und der grossen Bandbreite
von teilnehmenden NGOs, gezeigt, dass Rassismus viele
Bereiche umfasst."
Stellungnahme der Internationalen
Bahai-Gemeinde
Rassismus entspringt
nicht der Haut, sondern den Köpfen der Menschen.
Will man rassische Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit
und Intoleranz beseitigen, so muss man zunächst
gegen jene Einbildungen vorgehen, die seit vielen
tausend Jahren falsche Vorstellungen genährt
haben von einer Überlegenheit und Unterlegenheit
bestimmter Gruppen von Menschen.
Die Wurzel der verschiedenen Formen von Diskriminierung
und Intoleranz liegt in der irrtümlichen Vorstellung,
dass sich die Menschheit aus voneinander getrennten,
unterschiedlichen Rassen, Völkern oder Kasten
zusammensetze und dass diese Untergruppen angeborene
unterschiedliche intellektuelle, moralische und/oder
körperliche Merkmale hätten, die ihrerseits
eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigten.
In Wirklichkeit gibt es nur eine menschliche Rasse.
Wir sind ein einziges Volk, das den Planeten Erde
bewohnt - eine durch ein gemeinsames Schicksal verbundene
Menschheitsfamilie, eine einzige Einheit, geschaffen
"aus dem gleichen Stoff" und verpflichtet,
"wie eine Seele zu sein".
Dies anzuerkennen, bildet das Gegenmittel gegen jede
Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.
Es sollte daher zum Leitprinzip werden bei den Diskussionen,
Beratungen und Ergebnissen der Weltkonferenz gegen
Rassismus.
Ein richtiges Verständnis dieser Tatsache gibt
der Menschheit die Möglichkeit, nicht nur Rassismus,
rassische und ethnische Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit
zu überwinden, sondern auch die bisherigen Vorstellungen
von Toleranz und Multikulturalismus. Diese sind zwar
Meilensteine auf dem Weg der Menschheit zu ihrem langersehnten
Ziel einer friedlichen, gerechten und geeinten Welt,
doch sie reichen nicht aus, um solche tief verwurzelten
Übel wie den Rassismus und seine Begleiterscheinungen
auszulöschen.
Das Prinzip der Einheit der Menschheit weckt in den
tiefsten Regionen des Menschengeistes die stärksten
Gefühle. Es ist nicht nur ein anderer Ausdruck
für die Ideale der Brüderlichkeit und Solidarität
oder eine vage Hoffnung oder ein Schlagwort. Es spiegelt
vielmehr eine ewige geistige, moralische und physische
Wirklichkeit wider, die jetzt, nachdem die Menschheit
als Ganzes im 20. Jahrhundert zur Reife gekommen ist,
erst richtig ins Blickfeld gerät. Zum ersten
Mal in ihrer Geschichte können die Völker
der Welt ihre gegenseitige Abhängigkeit erkennen
und sich ihrer Ganzheit bewusst werden.
Dass die Menschheit wirklich eine Ganzheit bildet,
wird auch von der Wissenschaft bestätigt. Die
Anthropologie, Physiologie, Psychologie, Soziologie
und in jüngster Zeit auch die Genetik mit ihrer
Dekodierung des menschlichen Genoms haben erwiesen,
dass es nur eine menschliche Spezies gibt, die allerdings
in den sekundären Lebensaspekten unendlich vielfältig
ist. Auch die Weltreligionen vertreten dieses Prinzip,
selbst wenn ihre Anhänger gelegentlich irrtümlichen
Überlegenheitsvorstellungen anhängen. Die
Stifter der Weltreligionen selbst haben alle verheissen,
dass eines Tages Frieden und Gerechtigkeit herrschen
und die Menschheit vereint sein würden.
Die heutige Verwirklichung der Einheit der Menschheit
ist das Ende eines historischen Prozesses, in dem
sich die Menschen zu immer grösseren Einheiten
verbunden haben. Nachdem sich Clans, Stämme,
Stadtstaaten und Nationen bildeten, folgt jetzt als
unausweichlich nächster Schritt nichts Geringeres
als die Schaffung einer Weltkultur. In dieser neuen
globalen Kultur sind alle Menschen und Völker
Teile eines einzigen grossen Organismus, der die Menschheitskultur
selbst bildet. Baháulláh
sagte schon vor rund einhundert Jahren: "Die
Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine
Bürger."
Weiter heisst es in den Baháí-Schriften,
die Einheit der Menschheit "verlangt eine organische,
strukturelle Veränderung der heutigen Gesellschaft,
wie sie die Welt noch nicht erlebt hat (...). Sie
fordert nichts Geringeres als den Wiederaufbau und
die Entmilitarisierung der ganzen zivilisierten Welt
- einer Welt, die in allen Grundfragen des Lebens
organisch zusammengewachsen ist - in ihrem politischen
Mechanismus, ihren geistigen Bestrebungen, in Handel
und Finanzwesen, Schrift und Sprache - und die doch
in den nationalen Charakteristika ihrer Mitglieder
von unendlicher Mannigfaltigkeit ist."
Aus der Tatsache, dass die Menschheit eine Einheit
bildet, ergeben sich für die Themen der Weltkonferenz
gegen Rassismus eine Reihe von Folgerungen. Zum Beispiel,
dass Gesetze, Traditionen oder Vorstellungen, die
einem Teil der Menschheit mehr Rechte und Privilegien
zugestehen als anderen, nicht nur moralisch verwerflich
sind, sondern sogar den eigentlichen Interessen jener
widersprechen, die sich in irgendeiner Weise als überlegen
ansehen.
Das bedeutet, dass Nationalstaaten als Bausteine der
globalen Kultur sich an gemeinsame Rechtsnormen halten
sollten. Aus ihren Gesetzen, Traditionen und Lebenspraktiken
müssen sie alle Formen der Diskriminierung streichen,
die sich auf Rasse, Nationalität oder Volkszugehörigkeit
beziehen.
Gerechtigkeit muss das Grundprinzip für die Gestaltung
der Gesellschaft sein. Dieses Prinzip verlangt, dass
Regierungen, ihre Organe und die Zivilgesellschaft
als Ganzes vielfältige Maßnahmen gegen
wirtschaftliche Ungerechtigkeit auf allen Ebenen ergreifen.
Die Baháí-Schriften fordern freiwilliges
Geben, aber auch Regierungsmassnahmen wie den Ausgleich
und die Verteilung übertriebenen Reichtums, damit
das große Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich
beseitigt wird.
Auch Minderheitenprobleme, die ungleiche Anwendung
von Gesetzen zur Staatsbürgerschaft und die Wiederansiedlung
von Flüchtlingen können am besten unter
dem Gesichtspunkt der Einheit der Menschheit behandelt
werden und wie von Baháulláh
angedeutet mittels des Konzepts des Weltbürgertums.
Darüber hinaus beinhaltet das Prinzip der Einheit,
dass jeder Versuch, in der heutigen Welt verschiedene
Rassen oder Völker zu unterscheiden, künstlich
und irreführend ist. Zwar kann das nationale
und ethnische Erbe als Quelle des Stolzes betrachtet
werden und sogar als Hintergrund für positive
soziale Entwicklung, doch sollten solche Unterscheidungen
nicht zur Grundlage neuer Formen von Trennung oder
Überheblichkeit werden, wie fein und spitzfindig
auch immer diese sein mögen.
Im Laufe der Jahre hat die Baháí
International ommunity in Erklärungen an die
Vereinten Nationen unter anderem folgende Massnahmen
zur Förderung der Einheit der Menschheit und
zum Kampf gegen Rassismus gefordert oder unterstützt.
- Internationale Bildungsmassnahmen, die die organische
Einheit der Menschheit lehren. Dabei sollten insbesondere
die Vereinten Nationen mitwirken, unter Beteiligung
nationaler und lokaler Verwaltungen und NGOs (Nichtregierungsorganisationen).
- Ratifizierung und Beachtung internationaler Vereinbarungen,
die für das gemeinsame Bewusstsein der Menschheit
stehen und zu einer umfassenden Gesetzgebung zur Bekämpfung
von Rassismus und Rassendiskriminierung beitragen,
insbesondere die Internationale Konvention zur Abschaffung
aller Formen der Rassendiskriminierung.
- Weltweite Erziehung anhand der Menschenrechte mit
dem Ziel, eine "Kultur der Menschenrechte"
zu schaffen.
Die Baháí International Community
beteiligt sich in grossem Umfang an Massnahmen, die
auf die Beseitigung von Rassismus und Diskriminierung
zielen. Dabei wirkt sie hauptsächlich durch ihre
182 nationalen Gemeinden. Diese haben zahlreiche öffentliche
Konferenzen, Bildungsprogramme, Ausstellungen und
Publikationen unterstützt, die den Rassismus
bekämpfen.
Wer genauer erfahren möchte, wie die Einheit
der Menschheit in der Praxis funktionieren kann, für
den mag es nützlich sein, die internationale
Baháí-Gemeinde selbst zu untersuchen.
Sie bietet ein sich ständig entwickelndes Modell
dafür, wie unterschiedliche Menschen in Harmonie
und Einheit zusammenleben können. Die mehr als
fünf Millionen Mitglieder zählende weltweite
Baháí-Gemeinde setzt sich aus
Menschen aller denkbaren Herkunft zusammen. Mehr als
2.100 ethnische Gruppen sind in ihr vertreten wie
auch Menschen praktisch jeder Nationalität, Religion
und sozialen Klasse.
Trotz dieser Vielfalt, die die Zusammensetzung der
Weltbevölkerung als Ganzes reflektiert, gehört
die weltweite Baháí-Gemeinde zu
den am meisten geeinten Menschengruppen der Erde.
Ihr Gefühl der Einheit umfasst mehr als nur eine
gemeinsame Theologie. Die Menschen aus verschiedenen
Milieus haben untereinander geheiratet, was die Baháí-Lehren
befürworten. Oder sie arbeiten eng in örtlichen
Baháí-Gemeinden zusammen und leisten
gemeinsam Dienst in örtlichen oder nationalen
Institutionen. Wer die weltweite Baháí-Gemeinde
genauer betrachtet, wird feststellen, dass es sich
um eine erstaunlich weit verbreitete und doch einzigartig
engagierte Gruppe von Menschen handelt, die sich bewusst
für eine globale Kultur einsetzen eine
Kultur, die Frieden, Gerechtigkeit und nachhaltige
Entwicklung betont und keine Gruppe über eine
andere stellt.
"O Menschenkinder! Wisst ihr, warum Wir euch
alle aus dem gleichen Staub erschaffen haben? Damit
sich keiner über den anderen erhebe. Erwägt
immer in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da
Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt
es euch, wie eine einzige Seele zu sein, in gleicher
Weise zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im
gleichen Lande zu wohnen, auf dass aus eurem innersten
Wesen durch eure Taten und Handlungen die Zeichen
der Einheit und das Wesen der Loslösung sichtbar
werden." Baháulláh
Aids
In einer Erklärung an an der Sondersitzung
der UN-Generalversammlung zu HIV/AIDS
Ende Juni in New York hat die Internationale Baháí-Gemeinde
zu einer Veränderung im Verhalten von Männern
und Frauen und zu mehr Liebe und Mitgefühl bei
religiösen Führern und Gläubigen aufgerufen."Glaubensgemeinschaften
werdern danach streben müssen, sich von der Neigung
zum Verurteilen freizumachen, damit sie die Art von
moralischer Führung ausübern können,
die persönliche Verantwortung fördert, Nächstenliebe
und den Mut, schwache Gruppen in der Gesellschaft
zu schützen. >> www.bahai.org
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