Bahai Schweiz

Bahá'í Schweiz
Die Bahá'í-ReligionDie Bahá'í-Gemeinde der SchweizDie Weltweite Bahá'í-GemeindeLiteratur
Tatigkeitsbericht 2001-2002
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Die Bahai-Religion in Kurze
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Diane Alai & Roya Blaser

 
 

INTERNATIONAL

Internationale Zusammenarbeit
Auch im Tätigkeitsjahr fand eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Italien statt, sei es beim Austausch von Referenten, bei Uebersetzungen, in der Oeffentlichkeitsarbeit und auf dem Gebiet der Erziehung. Zahlreiche Baha’i aller Altersstufen unternahmen kürzere oder längere Reisen in verschiedene Länder, u.a. nach Albanien, Bulgarien, Bhutan, China, Estland, Griechenland, Litauen, Slovenien. Die meisten Reisen sind durch das zuständige Kontinentale Pionierkomitee organisiert worden, welches die Bedürfnisse der verschiedenen Gemeinden kennt und jeweils entsprechende Aufrufe für Unterstützung macht.

Frankfurt:
Eine grössere Gruppe aus der Schweiz beteiligte sich im Juni an einer Konferenz zum Thema des Fortschritts der Frauen teil. Als prominente Redner sprachen Dr. Peter Khan, Mitglied des obersten leitenden Baha’i-Gremiums und Dr. Janet Khan, die eben ein gemeinsames Buch zum Thema veröffentlicht hatten. "Die Baha’i-Religion ist eine Religion des Wandels", so Dr. Khan."Sie betrachtet es als den Lebenssinn aller Menschen, an einer ständig fortschreitenden Kulturentwicklung teilzuhaben. Durch die Befreiung des menschlichen Geistes und die integrative praktische Zusammenarbeit können die schöpferischen Kräfte des Menschen vollen Ausdruck finden und einen segensreichen Wandlungsprozess, die Bereicherung des Lebens aller Menschen, in Gang setzen." (Fortschritt der Frauen, Baha’i-Verlag, Frankfurt, 2000)

Belgien:
Drei Mitglieder des Nationalen Geistigen Rates nahmen im Dezember an einer europäischen Konferenz teil, zu der das Europäische Berateramt - eine für den Schutz und die Proklamation ernannte Körperschaft – eingeladen hatte. Anschliessend an dieses Treffen fand in der Schweiz ein nationales Treffen mit einigen der wichtigstgen Komitees statt an denen die Rolle und die Funktion der Kontinentalen Berater und die Beziehungen zu den gewählten Institutionen, den Geistigen Räten, erläutert wurde.

Durban, Südafrika
Vom 31. August bis zum 8. September 2001 trafen sich Vertreter von insgesamt 163 Ländern in Durban, Südafrika zur UN-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskrimination, Xenophobia und Intoleranz. Mit dabei auch gegen 2'000 Nichtregierungsorganisationen sowie über 1000 Medienvertreter. Die Internationale Baha’i-Gemeinde nahm auch an dieser Konferenz mit einer Delegation teil. Diese war international zusammengesetzt und umfasste Vertreterinnen aus der Schweiz, aus Kenya und Neuseeland sowie Vertreter aus Spanien, Brasilien und den USA.
"In der Vergangenheit hatten die Menschen die Tendenz, Rassismus von ihrer eigenen Perspektive her zu betrachten", so Diane Ala’i aus Genf, die Leiterin der Delegation. "Und viele brachten Rassismus nur in Verbindung mit den Problemen zwischen Weissen und Schwarzen.
Aber diese Konferenz hat, angesichts der grossen Vielfalt der behandelten Themen und der grossen Bandbreite von teilnehmenden NGOs, gezeigt, dass Rassismus viele Bereiche umfasst."


Stellungnahme der Internationalen Baha’i-Gemeinde
Rassismus entspringt nicht der Haut, sondern den Köpfen der Menschen. Will man rassische Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz beseitigen, so muss man zunächst gegen jene Einbildungen vorgehen, die seit vielen tausend Jahren falsche Vorstellungen genährt haben von einer Überlegenheit und Unterlegenheit bestimmter Gruppen von Menschen.

Die Wurzel der verschiedenen Formen von Diskriminierung und Intoleranz liegt in der irrtümlichen Vorstellung, dass sich die Menschheit aus voneinander getrennten, unterschiedlichen Rassen, Völkern oder Kasten zusammensetze und dass diese Untergruppen angeborene unterschiedliche intellektuelle, moralische und/oder körperliche Merkmale hätten, die ihrerseits eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigten.

In Wirklichkeit gibt es nur eine menschliche Rasse. Wir sind ein einziges Volk, das den Planeten Erde bewohnt - eine durch ein gemeinsames Schicksal verbundene Menschheitsfamilie, eine einzige Einheit, geschaffen "aus dem gleichen Stoff" und verpflichtet, "wie eine Seele zu sein".
Dies anzuerkennen, bildet das Gegenmittel gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Es sollte daher zum Leitprinzip werden bei den Diskussionen, Beratungen und Ergebnissen der Weltkonferenz gegen Rassismus.

Ein richtiges Verständnis dieser Tatsache gibt der Menschheit die Möglichkeit, nicht nur Rassismus, rassische und ethnische Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit zu überwinden, sondern auch die bisherigen Vorstellungen von Toleranz und Multikulturalismus. Diese sind zwar Meilensteine auf dem Weg der Menschheit zu ihrem langersehnten Ziel einer friedlichen, gerechten und geeinten Welt, doch sie reichen nicht aus, um solche tief verwurzelten Übel wie den Rassismus und seine Begleiterscheinungen auszulöschen.

Das Prinzip der Einheit der Menschheit weckt in den tiefsten Regionen des Menschengeistes die stärksten Gefühle. Es ist nicht nur ein anderer Ausdruck für die Ideale der Brüderlichkeit und Solidarität oder eine vage Hoffnung oder ein Schlagwort. Es spiegelt vielmehr eine ewige geistige, moralische und physische Wirklichkeit wider, die jetzt, nachdem die Menschheit als Ganzes im 20. Jahrhundert zur Reife gekommen ist, erst richtig ins Blickfeld gerät. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte können die Völker der Welt ihre gegenseitige Abhängigkeit erkennen und sich ihrer Ganzheit bewusst werden.

Dass die Menschheit wirklich eine Ganzheit bildet, wird auch von der Wissenschaft bestätigt. Die Anthropologie, Physiologie, Psychologie, Soziologie und in jüngster Zeit auch die Genetik mit ihrer Dekodierung des menschlichen Genoms haben erwiesen, dass es nur eine menschliche Spezies gibt, die allerdings in den sekundären Lebensaspekten unendlich vielfältig ist. Auch die Weltreligionen vertreten dieses Prinzip, selbst wenn ihre Anhänger gelegentlich irrtümlichen Überlegenheitsvorstellungen anhängen. Die Stifter der Weltreligionen selbst haben alle verheissen, dass eines Tages Frieden und Gerechtigkeit herrschen und die Menschheit vereint sein würden.
Die heutige Verwirklichung der Einheit der Menschheit ist das Ende eines historischen Prozesses, in dem sich die Menschen zu immer grösseren Einheiten verbunden haben. Nachdem sich Clans, Stämme, Stadtstaaten und Nationen bildeten, folgt jetzt als unausweichlich nächster Schritt nichts Geringeres als die Schaffung einer Weltkultur. In dieser neuen globalen Kultur sind alle Menschen und Völker Teile eines einzigen grossen Organismus, der die Menschheitskultur selbst bildet. Bahá’u’lláh sagte schon vor rund einhundert Jahren: "Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger."

Weiter heisst es in den Bahá’í-Schriften, die Einheit der Menschheit "verlangt eine organische, strukturelle Veränderung der heutigen Gesellschaft, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat (...). Sie fordert nichts Geringeres als den Wiederaufbau und die Entmilitarisierung der ganzen zivilisierten Welt - einer Welt, die in allen Grundfragen des Lebens organisch zusammengewachsen ist - in ihrem politischen Mechanismus, ihren geistigen Bestrebungen, in Handel und Finanzwesen, Schrift und Sprache - und die doch in den nationalen Charakteristika ihrer Mitglieder von unendlicher Mannigfaltigkeit ist."

Aus der Tatsache, dass die Menschheit eine Einheit bildet, ergeben sich für die Themen der Weltkonferenz gegen Rassismus eine Reihe von Folgerungen. Zum Beispiel, dass Gesetze, Traditionen oder Vorstellungen, die einem Teil der Menschheit mehr Rechte und Privilegien zugestehen als anderen, nicht nur moralisch verwerflich sind, sondern sogar den eigentlichen Interessen jener widersprechen, die sich in irgendeiner Weise als überlegen ansehen.
Das bedeutet, dass Nationalstaaten als Bausteine der globalen Kultur sich an gemeinsame Rechtsnormen halten sollten. Aus ihren Gesetzen, Traditionen und Lebenspraktiken müssen sie alle Formen der Diskriminierung streichen, die sich auf Rasse, Nationalität oder Volkszugehörigkeit beziehen.

Gerechtigkeit muss das Grundprinzip für die Gestaltung der Gesellschaft sein. Dieses Prinzip verlangt, dass Regierungen, ihre Organe und die Zivilgesellschaft als Ganzes vielfältige Maßnahmen gegen wirtschaftliche Ungerechtigkeit auf allen Ebenen ergreifen. Die Bahá’í-Schriften fordern freiwilliges Geben, aber auch Regierungsmassnahmen wie den Ausgleich und die Verteilung übertriebenen Reichtums, damit das große Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich beseitigt wird.
Auch Minderheitenprobleme, die ungleiche Anwendung von Gesetzen zur Staatsbürgerschaft und die Wiederansiedlung von Flüchtlingen können am besten unter dem Gesichtspunkt der Einheit der Menschheit behandelt werden und – wie von Bahá’u’lláh angedeutet – mittels des Konzepts des Weltbürgertums.

Darüber hinaus beinhaltet das Prinzip der Einheit, dass jeder Versuch, in der heutigen Welt verschiedene Rassen oder Völker zu unterscheiden, künstlich und irreführend ist. Zwar kann das nationale und ethnische Erbe als Quelle des Stolzes betrachtet werden und sogar als Hintergrund für positive soziale Entwicklung, doch sollten solche Unterscheidungen nicht zur Grundlage neuer Formen von Trennung oder Überheblichkeit werden, wie fein und spitzfindig auch immer diese sein mögen.

Im Laufe der Jahre hat die Bahá’í International ommunity in Erklärungen an die Vereinten Nationen unter anderem folgende Massnahmen zur Förderung der Einheit der Menschheit und zum Kampf gegen Rassismus gefordert oder unterstützt.
- Internationale Bildungsmassnahmen, die die organische Einheit der Menschheit lehren. Dabei sollten insbesondere die Vereinten Nationen mitwirken, unter Beteiligung nationaler und lokaler Verwaltungen und NGOs (Nichtregierungsorganisationen).
- Ratifizierung und Beachtung internationaler Vereinbarungen, die für das gemeinsame Bewusstsein der Menschheit stehen und zu einer umfassenden Gesetzgebung zur Bekämpfung von Rassismus und Rassendiskriminierung beitragen, insbesondere die Internationale Konvention zur Abschaffung aller Formen der Rassendiskriminierung.
- Weltweite Erziehung anhand der Menschenrechte mit dem Ziel, eine "Kultur der Menschenrechte" zu schaffen.

Die Bahá’í International Community beteiligt sich in grossem Umfang an Massnahmen, die auf die Beseitigung von Rassismus und Diskriminierung zielen. Dabei wirkt sie hauptsächlich durch ihre 182 nationalen Gemeinden. Diese haben zahlreiche öffentliche Konferenzen, Bildungsprogramme, Ausstellungen und Publikationen unterstützt, die den Rassismus bekämpfen.

Wer genauer erfahren möchte, wie die Einheit der Menschheit in der Praxis funktionieren kann, für den mag es nützlich sein, die internationale Bahá’í-Gemeinde selbst zu untersuchen. Sie bietet ein sich ständig entwickelndes Modell dafür, wie unterschiedliche Menschen in Harmonie und Einheit zusammenleben können. Die mehr als fünf Millionen Mitglieder zählende weltweite Bahá’í-Gemeinde setzt sich aus Menschen aller denkbaren Herkunft zusammen. Mehr als 2.100 ethnische Gruppen sind in ihr vertreten wie auch Menschen praktisch jeder Nationalität, Religion und sozialen Klasse.
Trotz dieser Vielfalt, die die Zusammensetzung der Weltbevölkerung als Ganzes reflektiert, gehört die weltweite Bahá’í-Gemeinde zu den am meisten geeinten Menschengruppen der Erde. Ihr Gefühl der Einheit umfasst mehr als nur eine gemeinsame Theologie. Die Menschen aus verschiedenen Milieus haben untereinander geheiratet, was die Bahá’í-Lehren befürworten. Oder sie arbeiten eng in örtlichen Bahá’í-Gemeinden zusammen und leisten gemeinsam Dienst in örtlichen oder nationalen Institutionen. Wer die weltweite Bahá’í-Gemeinde genauer betrachtet, wird feststellen, dass es sich um eine erstaunlich weit verbreitete und doch einzigartig engagierte Gruppe von Menschen handelt, die sich bewusst für eine globale Kultur einsetzen – eine Kultur, die Frieden, Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung betont und keine Gruppe über eine andere stellt.


"O Menschenkinder! Wisst ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschaffen haben? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Erwägt immer in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt es euch, wie eine einzige Seele zu sein, in gleicher Weise zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im gleichen Lande zu wohnen, auf dass aus eurem innersten Wesen durch eure Taten und Handlungen die Zeichen der Einheit und das Wesen der Loslösung sichtbar werden." Bahá’u’lláh

Aids
In einer Erklärung an an der Sondersitzung der UN-Generalversammlung zu HIV/AIDS
Ende Juni in New York hat die Internationale Bahá’í-Gemeinde zu einer Veränderung im Verhalten von Männern und Frauen und zu mehr Liebe und Mitgefühl bei religiösen Führern und Gläubigen aufgerufen."Glaubensgemeinschaften werdern danach streben müssen, sich von der Neigung zum Verurteilen freizumachen, damit sie die Art von moralischer Führung ausübern können, die persönliche Verantwortung fördert, Nächstenliebe und den Mut, schwache Gruppen in der Gesellschaft zu schützen. >> www.bahai.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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