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INTERRELIGIÖSER DIALOG
„Religion ist das wichtigste Mittel zur Begründung von Ordnung in der Welt und zur Befriedung aller, die darin wohnen.“ In einer im April 2002 veröffentlichten Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, dem obersten internationalen Gremium der weltweiten Bahá’í-Gemeinde, an die religiösen Führer der Welt, werden diese aufgerufen, eine grundsätzliche Neuorientierung vorzunehmen und Ansprüche auf Ausschließlichkeit oder Endgültigkeit aufzugeben. „Tatsächlich scheint das Prinzip des evolutionären Wesens von Religion ein den Schriften der meisten großen Religionen innewohnendes Merkmal zu sein. Was moralisch nicht gerechtfertigt werden kann, ist der Missbrauch kulturellen Erbes, das ursprünglich das geistige Sein bereichern sollte, als Mittel, Vorurteile und Entfremdung zu erregen.“
Basierend auf dieser Überzeugung setzten sich lokale Gemeinden und einzelne Bahá’í auch in diesem Jahr für den interreligiösen Dialog ein. Nachfolgend einige wenige Aktivitäten in dieser Richtung:
Luzern
Ein Mitglied der Luzerner Gemeinde referierte an einer Vorlesung über neue religiöse Bewegungen innerhalb eines religionswissenschaftlichen Seminars von Prof. M. Baumann.
Vorerst vermittelte Prof. Baumann die Geschichte der Bábí- und Bahá'í-Religion, angefangen bei den chiliastischen Erwartungen zur Zeit des Báb bis zur Zeit der Wahl des ersten Universalen Hauses der Gerechtigkeit, der obersten Bahá’í-Institution.
Bern
Die Vertreter der verschiedenen Religionen, die im „Haus der Religionen“ zusammen arbeiten sind turnusgemäß von der Berner Gemeinde ins Bahá’í-Zentrum an der Dufourstrasse eingeladen worden. Als besonderer Gast war auch die Bundeskanzlerin, Frau Huber-Hotz, der Einladung gefolgt. Bei Kaffee und Kuchen entstanden lebhafte Gespräche unter den Vertretern der verschiedenen Religionen.
St. Gallen
Unter dem Titel „Religiöser Konsumentenschutz“ stand am 8. April 2004 im St. Galler Tagblatt zu lesen, dass sich St. Gallen zu einer europäischen Drehscheibe im interreligiösen Dialog entwickelt hat. Auch vom „Runden Tisch der Religionen“ gingen im Tätigkeitsjahr wiederum wichtige Impulse aus, u. a. fand unter der Leitung der Publizistin Klara Obermüller eine Podiumsdiskussion in der Offenen Kirche St. Leonhard statt, an der Vertreter fünf verschiedener Religionen teilnahmen, so auch ein Bahá’í-Vertreter. Das Thema der Diskussion behandelte die Integration. Auch dieses Jahr veröffentlichte das St. Galler Tagblatt den ganzseitigen interreligiösen Kalender, auf dem die Heiligen Tage der verschiedenen Religionen (Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum, Islam und der Bahá’í-Religion) aufgeführt sind.
Genf
Die Plateforme Interreligieuse führte am 25. Mai ein Seminar durch zum Thema „Meditation und Gebet – Warum? Für wen?“ Vorbereitet wurde der Anlass durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus verschiedenen Religionsvertretern. Mehr Info darüber unter www.interreligieux.ch
Die Genfer Gemeinde als Mitglied der Interreligiösen Plattform von Genf und die Bahá’í-Jugend als Mitglied der Jugendsektion nahmen an zahlreichen interreligiösen Aktivitäten teil. Wie bis anhin arbeiteten sie auch an den Vorbereitungen und an der Verbreitung des Kalenders 2003/2004 „Art sacré: entre instant et éternité“ sowie an der Katastrophen- und Krisenstelle mit. |