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Der Bahá’í-Glaube kennt keinen Priesterstand. Die einzelnen Gläubigen sind aufgerufen, selbständig nach der Wahrheit zu forschen und innerhalb der Gesellschaft ihren Beitrag zu leisten. Dies geschieht z.B. durch den Dienst in gewählten Institutionen, den «Geistigen Räten», einer Körperschaft aus neun Personen über 21 Jahren, die jeweils für die Dauer eines Jahres im Amt sind.
Die lokale Gemeinde trifft sich alle 19 Tage zu einem Fest, bestehend aus einem geistigen, einem beratenden und einem sozialen Teil. Die Ergebnisse der gemeinsamen Beratung werden an das lokale Führungsgremium, den «Lokalen Geistigen Rat» weitergeleitet zur Prüfung resp. Umsetzung. Am nachfolgenden Fest wird über die gefassten Beschlüsse informiert. Dieses Vorgehen ist wichtiger Bestandteil der Gemeindeordnung Bahá’u’lláhs, die es jedem einzelnen Gläubigen ermöglicht, sich unmittelbar auszudrücken und zum Gemeindeleben beizutragen.
100 Jahre Bahá'í Schweiz – 36 Jahre Bahá'í Aarau
Unter diesem Titel lud die Aarauer Gemeinde die Bevölkerung zu einer Feier und Ausstellung am 20. September 2003 in den Saal des Museums NATURAMA ein. Dieser lang voraus geplante Anlass wurde vorab durch die Medien veröffentlicht. Eine Dokumentation mit dem Titel „Im Dienste der Einheit in der Vielfalt“ ist an Behörden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens versandt worden und mehrere Gratulationsschreiben trafen ein.
Ein wichtiger Anziehungspunkt an der Veranstaltung war die Ausstellung über den Bahá'í-Glauben, die mit Interesse wahrgenommen wurde. Nach einer musikalischen Einlage, einer kurzen Begrüßung und einer Video-Präsentation, fanden noch anregende Gespräche am Kuchenbuffet statt.
Basel
Am 21. November, dem Geburtstag Bahá’u’lláhs fand in Basel das hundertjährige Jubiläum statt. Der Raum sollte festlich sein, das Programm angemessen. Und es wurde ein würdiger und lebhafter Abend im Zwinglihaus in Basel mit einem hundertköpfigen Publikum, das offensichtlich das informative und künstlerische Programm genoss. Die Basler Zeitung berichtete über den Anlass und informierte über die Bahá’í-Religion.
Cologny
25 Jahre Bahá’í Cologny
Anlässlich eines Empfanges gratulierte der Bürgermeister den Bahá’í zu ihren Aktivitäten für Frieden und Einigkeit auf Gemeinde-, Landes- und Weltebene und wünschte, dass „sie weiter scheinen sollen wie Leuchttürme im Hafen des Friedens“. Anwesend war auch der Gemeindesekretär, einige Gemeinderäte und Gemeindeangestellte.
Eine Gruppe von 15 Personen traf sich im Februar zu einem kreativen Wochenende unter der Leitung eines aus Frankreich angereisten Künstlers. Das Ziel des Kurses war, den Anwesenden – alle in einem Studienkreis engagiert – neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung anhand von künstlerischen Ausdrucksweisen zu eröffnen.
Delémont
In dieser Gemeinde liegt Musik in der Luft. Eunide aus Haiti und ihre Musikgruppe tragen vieles zum Gemeindeleben bei. Eunide singt vor allem auf kreolisch und französisch. Im Jubiläumsjahr anlässlich der Festveranstaltung in Interlaken ist sie mit Erfolg aufgetreten, ebenso wie ihr Ehemann, ein ausgebildeter Jazzpianist.
Locarno
Die kleine aber aktive Gemeinde von Locarno organisiert seit Jahren regelmäßig jeden Dienstag öffentliche Vorträge und andere Aktivitäten unter dem Namen „Invito al Dialogo“ im Zentrum der Altstadt. Im Tätigkeitsjahr sprachen über 40 Referenten aus diversen Ländern zu den verschiedensten Themen wie zu Erziehungsfragen, Konfliktbewältigung, Gesundheit. Zwei chinesische Referenten machten die Teilnehmer mit chinesischer Philosophie vertraut und ein anderer führte in den Islam ein.
Einmal im Monat finden „Momente der Stille“ im Zentrum statt, ein Abend für Gebet und Meditation, der immer mehr suchende Menschen anzieht und der auch das Leben der Gemeindemitglieder bereichert.
Aus Anlass der Hundertjahrfeier und der Geburt des Báb, dem Vorläufer des Religionsstifters der Bahá’í-Religion, lud die Gemeinde zu einem Konzert in die „Sala Sopracenerina“ ein. Lange Vorbereitungen waren nötig, bis der Bahá’í-Chor von Mantua auftreten konnte, der dann auch den wohlverdienten Applaus. erhielt. Der Gemeindepräsident von Locarno sandte eine Grußbotschaft zum Anlass.
Auf Wunsch und Einladung von Professoren und Studenten des kantonalen Lyzeums Locarno informierte ein Mitglied der Gemeinde über die Bahá’í-Religion, deren Geschichte und Prinzipien.
Genf
In regelmäßigen Abständen bietet die Gemeinde Genf der breiten Öffentlichkeit Informationsveranstaltungen über den Bahá’í-Glauben an, aber auch Klassen für Kinder und Erwachsene, die sich mit der Geschichte aller großen Weltreligionen befassen, mit deren Lehren und ethischen Werten sowie mit dem Einfluss der Religion auf das tägliche Leben.
Die Beiträge an internationale Zusammenarbeit umfassten Spenden an CARE, an das Pestalozzidorf in Trogen und an das Projekt «Associacao Monte Carmel» in Brasilien, welches sich um Kinder aus bedürftigen Familien kümmert.
Neuchâtel
Mitglieder der Gemeinde Neuchâtel nehmen jeweils an den kantonalen interreligiösen Veranstaltungen teil. Weitere bieten Informations- oder Meditationsabende an, die regelmäßig auch in der lokalen Presse erscheinen. Ende November organisierte die kleine Gruppe zudem eine dreitägige Ausstellung zum hundertjährigen Jubiläum und lud die Bevölkerung ein, sich über die Angebote der Gemeinde wie Kinderklassen in moralischer Erziehung, Studienkreise zu geistigen Themen und Meditationstreffen zu informieren. An einem öffentlichen Anlass zum Thema „Religion und Gesellschaft“ ging der Redner auf die Geschichte der Bahá’í der Schweiz ein und auf die Beiträge, welche die Gemeinde in der Vergangenheit leistete. „Religion“, so der Redner, „ist nicht nur zur geistigen Erfüllung und zum Wohlergehen des einzelnen da, sondern ist eng mit dem allgemeinen Fortschritt der ganzen Weltgemeinschaft gekoppelt. Indem sie sich dem Dienst und der aktiven Förderung von Gerechtigkeit und Einheit widmet, kann Religion eine ungeheure positive Kraft für die Sozialentwicklung entfalten.“
Romanshorn
Mindestens einmal im Jahr will die Romanshorner Gemeinde der Bevölkerung die Gelegenheit geben, sich über den Bahá’í-Glauben aus erster Hand zu informieren. Im Jubiläumsjahr fand eine entsprechende Veranstaltung im Hotel Schloss statt, wo neben den grundlegenden Prinzipien und Lehren auch auf die Geschichte des Bahá’í-Glaubens in der Schweiz eingegangen wurde. Die Thurgauer sind besonders stolz auf die Tatsache, dass die Anfänge des Glaubens im deutschsprachigen Raum in ihrem Kanton liegen.
(Siehe auch unter Sommeri)
Schaffhausen
Das biblische Ereignis des Besuches der drei Weisen aus dem Morgenland beim neugeborenen Jesus nahm Herr Peter Vogelsanger, Pfarrer der reformierten Kirche Herblingen, Schaffhausen, zum Anlass, Nichtchristen zur Mitgestaltung des Gottesdienstes vom 4. Januar 04 einzuladen. Waren vor zwei Jahren Muslime zu Gast in der schönen und heimeligen Kirche, so gestalteten in diesem Jahr die Bahá’í von Schaffhausen zusammen mit dem Pfarrer das Programm. Die Liturgie stand unter dem Thema „Frieden“. Aus den Heiligen Schriften verschiedener Offenbarungsreligionen, vom Judentum bis zur Bahá’í- Religion, wurden Texte vorgelesen, die auf das Kommen des Friedens in der Welt hinweisen. Anschliessend folgten Auszüge aus der Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom Oktober 1985, betitelt „Die Verheissung des Weltfriedens“ . Die Predigt von Herrn Pfarrer Vogelsanger machte den interessierten Zuhörern deutlich, dass alle Religionsgründer das Wohl und den Frieden der Menschen wünschen.
Infostand: Wer am 27. September durch die Altstadt schlenderte, konnte die roten Ballone schon von weitem leuchten sehen. Mitteln auf dem Fronwagplatz hatte die Gemeinde einen Informationsstand aufgestellt. Schon beim Aufbauen des Standes kamen Menschen vorbei, um offen und interessiert oder auch kritisch nachzufragen, worum es hier eigentlich gehe. Ein Inserat in der lokalen Zeitung hatte auf die Jahrhundertfeier aufmerksam gemacht. Während des Tages wurden hundert Rosen mit einem Zitat aus den Bahá’í-Schriften an Interessierte verteilt. Die leuchtend roten Ballone mit dem weissen Signet der Jahrhundertfeier waren im Nu weg.
Sommeri
Es war im kleinen Dorf Sommeri bei Amriswil, wo sich 1921 Fritz Semle – 1896 geborener und in der Schweiz aufgewachsener deutscher Staatsbürger – mit seiner Frau Ella niederließ, und die erste Bahá’í-Gemeinde in der deutschsprachigen Schweiz (außer jener im Kanton Wallis) aufzubauen begann. In Erinnerung an den im hundertsten Altersjahr in Wolfhalden/AR Verstorbenen traf sich eine große Anzahl Bahá’í aus der Bodenseeregion mit ihren Freunden und Bekannten zum Geburtstag Bahá’u’lláhs am Abend des 11. November in Sommeri. Mit dabei die Romanshorner „Lake City Singers“. Unter der Leitung von Dai Kimoto boten sie ein mitreißendes Programm an.
Walenstadt
Seit vielen Jahren engagieren sich die Bahá'í von Walenstadt und Region zusammen mit Mitgliedern anderer Religionen für die Internationale Akademie für Humanwissenschaften und Kultur, die in ihren Forschungen und Veranstaltungen die drei Prinzipien des Interdisziplinären, des Interkulturellen und des Interreligösen hochhält. Auch ihre jährlichen Internationalen Seminare in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für internationale Entwicklung und Konfliktmanagement der Universität Maryland, USA, sind sowohl ein Beitrag zur wissenschaftlich-kulturellen wie auch zur wirtschaftlichen Förderung der ganzen Region. Prominentester Referent ist jeweils Prof. Suheil Bushrui, der erst kürzlich für seine Verdienste im interreligiösen Dialog mit dem Juliet Hollister Preis ausgezeichnet wurde, unter dessen früheren Preisträgern Nelson Mandela und der Dalai-Lama besonders bekannt sind.
Winterthur
Zum Bahá’í-Neujahr am 21. März trafen sich über 200 Personen (mehr fasste der Saal nicht) zu einem festlichen Anlass, organisiert durch die Bahá’í-Jugend von Zürich und Umgebung. Das Programm: eine Mischung aus Andacht, Information, Musik, Gesang, Theater und einem ersten Auftritt der neuen Jugend-Musikband, die Beifallsstürme auslöste. Alles in allem eine gut organisierte Veranstaltung, ein gelungener Abend!
Zürich
Neben vielfältigen internen wie externen Aktivitäten ist besonders der Zürcher Chor zu erwähnen. Dieser trat mit Erfolg an der Hundertjahrfeier in Interlaken im Oktober 2003 sowie an weiteren Veranstaltungen auf lokaler Ebene auf. Der Chor trifft sich zweimal monatlich. |