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GEDANKEN ZUR ERZIEHUNG
„Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.“
Eine der wichtigsten Aufgaben nicht nur der Eltern, sondern auch der Gemeinde und ihrer Institutionen ist die geistige Erziehung der Kinder. Ein Programm zur geistigen Erziehung anzubieten stellt jede Gemeinde vor eine Reihe von Aufgaben und Herausforderungen. regelmäßige Kinderklassen, die von Eltern und den Institutionen unterstützt werden, sind wesentlicher Bestandteil eines solchen Erziehungsprogramms. Die Errichtung von Kinderklassen, die allen Kindern offen stehen, wie auch die Ausbildung von Kinderklassenlehrern wird in der Gemeinde mit Nachdruck verfolgt.
Es muss gesagt werden, dass Bahá’í-Kinderklassen mit dem indoktrinären Unterricht, der in vielen anderen Religionen vorkommt oder sogar üblich ist, nichts gemein haben. Die Kinder werden zwar in den Prinzipien, den Lehren und den grundlegenden Glaubensinhalten der Bahá’í-Religion, aber auch der anderen Religionen unterrichtet, doch wichtiger ist, dass sie lernen, selbständig zu denken, zu überlegen und geistige Gesetze auf das Leben des einzelnen und der Gesellschaft anzuwenden. Besonders in der frühen Kindheit richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Entwicklung geistiger Eigenschaften und auf solche Einstellungen und Verhaltensweisen, durch die sich ein geistiges Wesen auszeichnet, wie Offenheit, Liebe, Brüderlichkeit, Gleichheit, Mitgefühl, Verständnis, Opferbereitschaft, Demut und tätigen Einsatz für Gerechtigkeit. Solche Tugenden werden zur Handlungsgrundlage, die nicht nur zu individuellem und gemeinsamem geistigem, sondern auch zu materiellem Wohlergehen führen.
„Geistige Prinzipien“, schreibt das Universale Haus der Gerechtigkeit in der Botschaft „Die Verheißung des Weltfriedens, „haben den wesentlichen Vorzug, dass sie nicht nur eine Sichtweise bieten, die mit dem inneren Wesen des Menschen in Einklang steht, sondern auch eine Einstellung hervorrufen, eine treibende Kraft, einen Willen, ein Streben, die die Entdeckung und Anwendung praktischer Maßnahmen fördern.“ Geistige Erziehung wird. auch ein Verständnis für die Rechte und die entsprechende Verantwortung aller Menschen vermitteln und frei von Vorurteilen und Klischeevorstellungen sein, die sich auf Religion, Kultur, Geschlecht, Rasse, Klasse oder Nationalität gründen. Die Ethik des Dienstes wird gefördert werden, zu der nicht nur die eigene Familie zählt, sondern auch die Gemeinschaft. Als konkretes Beispiel bietet die Bahá’í-Gemeinde eine Form des freiwilligen Jugenddienstes an, von dem jedes Jahr mehrere Jugendliche Gebrauch machen.
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