Bahai Schweiz

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JUGEND

Erziehung in all ihren Formen ist unstreitig der wirksamste Weg, um Werte, Einstellungen, Verhalten und Fähigkeiten zu formen und zu bilden, die es dann ermöglichen, in einer integrierten Weltgesellschaft wirkungsvoll zu handeln. Die Bahá’í-Jugend der Schweiz ist sich ihrer wichtigen Rolle bewusst und bemüht sich, ein Verständnis für die Rechte und die entsprechende Verantwortung aller Menschen zu vermitteln. Viele unter ihnen verbringen z.B. ihre Ferien in einem sozialen Projekt irgendwo auf der Welt oder legen ein Jahr des Dienens ein. Dabei lernen sie den Reichtum und die Wichtigkeit verschiedener kultureller, religiöser und sozialer Formen zu würdigen und positiv zu Gerechtigkeit und Einheit in der Vielfalt beizutragen. Die Welt aus erster Hand kennen zu lernen und dabei Erfahrungen zu sammeln trägt dazu bei, Verständnisbarrieren und Vorurteile abzubauen und über die Landesgrenzen hinaus Zusammenarbeit zu fördern. Nachfolgend  sind einige der zahlreichen Kinder- und Jugendaktivitäten des vergangenen Tätigkeitsjahres aufgeführt.

Meine Ferien:

Während meinen Aprilferien habe ich an einer Super-Aktivität teilgenommen. Wir waren 37 Personen, davon vier  Jugendliche und fünf Kinder, in einem Ferienzentrum. Während fünf Tagen haben wir das Ruhibuch 1 studiert. Ich habe gelernt, dass die Seele im Moment der Zeugung von den Welten Gottes in den Körper kommt und dass das Gebet der glücklichste Zustand ist im Leben. Wir haben dann auch unsere Kreativität durch verschiedene Theaterstücke gezeigt. Wir haben gezeichnet und eine Collage gemacht mit verschiedenen Materialien aus der Natur und so das Leben und den Tod gezeigt. Ich habe auch vor allem die Geschichte des Bab geliebt, die von den Erwachsenen vorgeführt wurde, und ich werde eine sehr gute Erinnerung an dieses ganz spezielles Erlebnis behalten.

Timothée, 10 Jahre

Aarau: Zwei Jugendliche aus Aarau, Tracy und Jasmin, laden jeden Sonntag zu einer mit Musik umrahmten interreligiösen Andacht ein unter dem Titel „Nahrung für die Seele – Texte und Gebete aus den Weltreligionen“.

Das Feuerflammenprojekt in Frutigen

„Wir waren 14 Junioren und 9 Leiter. Am Nachmittag des ersten Tages hat das Leiterteam uns und unsere Eltern begrüßt. Danach machten wir ein Kennenlernspiel und jeder hat einen persönlichen Steckbrief ausgefüllt. Nach dem super Abendessen, spielten wir noch „Gottes Bingo“. Statt Zahlen waren auf unseren Kärtchen Namen und Eigenschaften Gottes geschrieben, z.B. „der Helfer in Gefahr“. Man konnte noch zusätzliche Punkte erreichen, wenn man eine körperliche Übung besonders gut nachmachen konnte. Es hat so viel Spaß gemacht, dass wir mehrere Runden spielten. Wir gingen jeweils um 23.00 h zu Bett und standen um 7.30 h wieder auf. Jeden Abend las uns jemand eine kleine Geschichte vor, und dann konnten wir unsere Meinung zum Tag äußern und dann gab es noch ein Gebet. Wir waren das erste Mal dabei, und wir freuen uns aufs nächste FFP.“ (Nuria, Valentina, Timothy)

Deutschsprachige Kinder-Sommerwoche

Achtzehn Kinder und ein Betreuerteam verbrachten eine Woche im malerischen Jura. Die Woche stand unter dem Thema „Natur – die Schönheit der Schöpfung Gottes.“ Ein eingespieltes Team mit den schon legendären Starköchen Misch und Klaus begleitete die Kinder durch das Programm: die Kinderklassen am Morgen, die kreativen Workshops am Nachmittag und die vergnüglichen Abende am Lagerfeuer. Das Betreuerteam war – wie rapportiert wird – beeindruckt von der liebevollen Atmosphäre unter den Kindern und den zahlreichen Talenten, die sich im Laufe der Woche zeigten.

Jugendevent in Romanshorn

Aus Anlass der 200jährigen Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft feierte der Kanton Thurgau eine Feier für die Jugendlichen des Kantons. Die Bahá’í von Romanshorn sponserten hierzu u. a. eine Show des „Stop and Act-Theaters“ – ein Programm eines russischen Journalisten, welches bereits seit Jahren in vielen europäischen Ländern mit Erfolg gezeigt wird, vor allem in konfliktträchtigen Ländern. Es geht dabei vor allem um Erkennen von Vorurteilen, um deren Überwindung und wie in einem positiven Beratungsprozess Konflikte ohne Gewalt gelöst werden können.  Fünftausend Jugendliche nahmen an Romanshorner Event teil.

Internationale Jugendkonferenz in Locarno

Die Schweizer Jugend organisierte zur Hundertjahrfeier des Glaubens eine internationale Jugendkonferenz. Dem Anlass entsprechend beschäftigte sich das Programm vorerst mit der Geschichte und dem Aufbau des Bahá’í-Glaubens in der Schweiz, leitete dann aber über zu den Herausforderungen, denen sich  die heutige Jugend zu stellen hat.  Unter der Leitung  internationaler Redner wurden darüber Visionen entwickelt für eine friedliche Zukunft.

Eine Reise nach Moldawien

„Im Februar 2003 konnte ich fünfzehn Tage in Moldawien, einem Teil der alten Sowjetunion, verbringen. Dieses Land, kleiner als die Schweiz, ist eingeschlossen zwischen den Grenzen der Ukraine und Rumäniens und ist eines der ärmsten Länder des ehemaligen kommunistischen Blocks: keine natürlichen Ressourcen, keine wichtigen Technologien oder Industrien, nur einige bebaubare Flächen und an die 80% Arbeitslosigkeit. Um nur ein Beispiel zu nennen: ich habe niemand getroffen, der ein Auto besessen hätte, und ich habe nur gerade zwei Personen getroffen, die warmes und fließendes Wasser gehabt haben – und dies mitten im Winter.

Dafür traf ich aber Menschen von großer Freundlichkeit. Ihre Gastfreundschaft ist unvergleichlich. Trotz ihrer schwierigen Lage werden sie keinen Augenblick zögern, jemanden an ihren Tisch einzuladen. Die Bahá’í-Gemeinde widerspiegelt diese Tugenden und bemüht sich durch zahlreiche Aktivitäten, ihre Kenntnisse der Bahá’í-Lehren zu vertiefen und das Gelernte in die Tat umzusetzen. Die Jugendlichen, mit denen ich die meiste Zeit verbrachte, sind einfach außergewöhnlich. Sie haben einen großen Sinn für Humor, versprühen Lebenslust, obwohl ihre Zukunft ganz und gar ungewiss ist.

In Kishinev, der Hauptstadt Moldawiens, konnte ich bei verschiedenen Gebetstreffen dabei sein und auch das nationale Zentrum besuchen. Ferner besuchte ich die Stadt Belts im Norden des Landes, immer noch von Lenin und Stalin geprägt, und dann Tiraspol, die rebellische Enklave, die man Transnitria nennt. In dieser Region hatte ich das Gefühl auf einem anderen Stern zu sein, umzäunt von Drahtzäunen und unter den Augen von Soldaten. Von der Bürokratie schweige ich lieber...

Wie auch immer, diese Reise wird unvergesslich sein. Jeder könnte hier viel lernen, vor allem über die eigentlich wichtigen Werte im Leben.“

Poya

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